Netzwerk des Terrors!

Die Befreiungsfeier im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen steht heuer unter dem Themenschwerpunkt „Netzwerk des Terrors“. Ein Schwerpunkt, der an Aktualität nicht verloren hat.

Netzwerk des Terrors! Die Nationalsozialisten überzogen Europa mit einem Netz an Konzentrations- und Vernichtungslagern, Verfolgungsbehörden und -dienststellen und weiteren Instrumenten, die ein gemeinsames Ziel hatten: Die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung politisch Andersdenkender, rassistisch Verfolgter und von Menschen, die aus irgendwelchen Gründen aus der Gesellschaft ausgegrenzt wurden.

Institutionalisiertes Netzwerk! Es geht dabei nicht nur um das KZ Mauthausen sondern auch um die engen Verflechtungen der Konzentrationslager untereinander. Das gesamte Lagersystem stand in einem engen und regelmäßigen Austausch, seien es Informationen, Häftlinge oder Bewachungspersonal.

Informelles Netzwerk! Neben diesem institutionalisierten Netzwerk von Verfolgungsinstrumenten gab es auch ein weitreichendes informelles Netzwerk von Spitzeln und Denunzianten, von Mittätern und Mitläufern –das institutionalisierte Netzwerk hätte niemals ohne dieses informelle Netzwerk funktioniert. Die Beschäftigung mit diesem informellen Netzwerk führt uns unweigerlich zu den Begriffen „Zivilcourage“ und „Entscheidungsfreiheit“ jedes Einzelnen – die Mittäterschaft basierte (fast) immer auf freiwilliger Basis.

Aktuelle Aspekte! Damit verlassen wir auch den engeren historischen Kontext und erreichen die aktuellen Bezüge: „Zivilcourage“ und „Entscheidungsfreiheit“ sind Eigenschaften, die auch heute mehr denn je wichtig sind. Sei es im alltäglichen Kontext von Rassismus oder im Kampf gegen ein neues Netzwerk des Terrors: Das gut organisierte und europaweit vernetzte Netzwerk der Rechtsextremen. Dieser Kampf ist ein politischer, aber kein parteipolitischer Kampf – es ist der Kampf für Demokratie und Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung und Gewalt. So sollte dem heutigen negativen institutionalisierten und informellen Netzwerk von Rechtsextremen ein positives informelles Netzwerk von Menschen entgegengestellt werden, die sich (ebenso europaweit vernetzt) für „Zivilcourage“ und „Entscheidungsfreiheit“ einsetzen.

Noch klarer wird der Schwerpunkt „Netzwerk des Terrors“ durch die Tatsache, dass Menschen aus über 70 Nationen im KZ Mauthausen und seinen 49 Nebenlagern inhaftiert waren. Alleine das Wissen um die Internationalität der Häftlinge, muss bei der derzeitigen Neugestaltung der Gedenkstätte Mauthausen rasch zur Einbeziehung von internationalen Expertinnen und Experten führen. Die 200.000 Häftlinge, davon über 100.000 Tote all dieser Nationen, haben ein Recht auf die Berücksichtigung ihrer Schicksale.

Die Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, an welcher die Freiheitskämpfer/innen Oberösterreich teilnehmen werden,  findet am Sonntag, 8. Mai 2011 statt!

Share

About The Author

admin

Other posts byadmin

Author his web sitehttp://www.freiheitskaempfer-ooe.at/

22

04 2011

Comments are closed.