OPEN-AIR-FILMRETROSPEKTIVE IM EHEM. KZ MAUTHAUSEN!
Wie auch schon die letzten Jahre findet heuer vor der Gedenkstätte Mauthausen eine Open-Air-Filmretrospektive statt. Im Falle von Schlechtwetter wird sie in das Besucherzentrum hinein verlegt.
Kuratiert von Univ.-Prof. Dr. Frank Stern und Mag. Stephan Matyus ist das heurige Thema “Was hätten wir getan?”. Die diesjährigen Filme fragen nach dem Verhalten der Nicht-Verfolgten. Wie agierten mehr oder weniger Unbeteiligte auf die Wahrnehmung der Verfolgung? Welche Bedeutung hat(te) solidarische Hilfe? Welche Alternativen standen offen?
Die Filme werden jeden Abend von einem kurzen Vortrag eingeleitet und es gibt danach die Möglichkeit für Fragen und Diskussionen.
Es wird auch wieder die Möglichkeit einer Mitfahrgelegenheit in Form von Shuttlebussen von Linz bzw. Wien hinauf und zurückgeben. Hier findet sich der Folder als download!
Mi, 18. August, 20:00
Ehe im Schatten (DDR 1947, R: Kurt Maetzig, 104 min)
Der Film basiert auf der Geschichte des Schauspieler-Paares Wieland, das sich nach 1933 mit Antisemitismus, Diskriminierung durch die Umwelt, Verrat und einer immer auswegloser werdenden Situation konfrontiert sieht. Es geht um den gewöhnlichen Rassismus der Umwelt im Alltag. Die besondere Note bekommt der Film dadurch, dass Überlebende der Konzentrationslager und des jüdischen Untergrunds mitwirkten.Do, 19. August, 20:00
Romeo, Julia a tma / Romeo, Julia und die Finsternis (CSSR 1959, R: Jiri Weiss, 92 min)
Prag unter deutscher Besatzung. Ein jüdisches Mädchen wird versteckt. Was bedeutet dies für die Bewohner des Hauses, bestimmt Denunziation ihren Tod oder Solidarität und Menschlichkeit ihr Überleben? Ein behutsamer Film, der die Erfahrungen verarbeitet, die viele junge Jüdinnen und Juden machen mussten, als sie auf Hilfe von Freunden, Nachbarn, Mitmenschen hofften.Fr, 20. August, 20:00
Wohin und zurück – Welcome in Vienna (Österreich 1985, R: Axel Corti, 127 min)
1938 ins Exil getrieben, kehrt ein junger Wiener als US-Soldat zurück. Was findet er in der Stadt, in der er aufgewachsen ist, die ihn verstoßen hat und die ihn noch immmer nicht so recht aufnehmen will? Welche Rolle spielen Antisemitismus und die Opferpose vieler ÖsterreicherInnen im Hinblick auf eine demokratische Entwicklung. Sind die 1938 vertriebenen Juden willkommen?Sa, 21. August, 20:00
Abrahams Gold (Deutschland 1989, R: Jörg Graser, 95 min)
Ein angesehener Gastwirt in einem niederbayrischen Dorf will nach Jahrzehnten das von ihm vergrabene Gold bergen. Er war KZ-Wächter in Auschwitz, hat ein “ehrbares Leben” geführt, seine rebellische Tochter aus dem Haus geworfen und versucht, dein Enkelkind in seinem Sinne zu erziehen. Drei Generationen, NS-Täter, 1968er und die jungen Nachgeborenen werden in diesem etwas anderen Heimatfilm eingefangen.
Weitere Informationen auf www.mauthausen-memorial.at!
Mit tiefer Betroffenheit hat der Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus die Nachricht vom Ableben Eduard Goldmann zur Kenntnis nehmen müssen. Eduard Goldmann ist am 12.April 2010 im 96.Lebensjahr verstorben. Er war Mitglied des Bundesvorstandes der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus. In der Zeit von Juli 1941 bis April 1945 war er als politischer Häftling im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. 1978 wurde er mit dem Ehrenzeichen für die Befreiung Österreichs ausgezeichnet. Innerhalb der Sozialdemokratie wurde er mit der Victor Adler- und der Otto-Bauer-Plakette geehrt. Eduard Goldmann war bereits seit 1929 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Wien. In der Ersten Republik war er Funktionär der Sozialistischen Arbeiterjugend und Jugendfunktionär der kaufmännischen Angestellten und später Mitglied der Wehrsportorganisation, die den Republikanischen Schutzbund unterstützte.Von 1934 bis 1941 arbeitete er im Sozialdemokratischen Widerstand. 1941 wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort arbeitete er in der österreichischen Widerstandsgruppe mit Roman Felleis, Benedikt Kautsky und Karl Mantler zusammen. Besonders tragisch ist, dass sein Vater auch wegen Widerstandes verhaftet wurde und aus dem Konzentrationslager nicht zurückgekehrt ist.

